BiPi – Der Gründer der Pfadfinderbewegung

Robert Stephenson Smyth Baden Powell –Gründer der größten Jugendbewegung der Welt
Spitznamen: Katankya: Der Mann mit dem breiten Hut Larkwei: Der Mann mit dem erhobenen Kopf Impeesa: Der Wolf, der nie schläft

Robert Stephenson Smyth Baden Powell wurde am 22.2.1857 geboren. Seine Mutter Henriette Grace, geboren 1824, heiratete mit 22 Jahren den 50 jährigen Professor H.G. Baden Powell, Mitglied der königlichen Gesellschaft, Prof. für Theologie und Geometrie an der Universität Oxford (Wo auch später seine Brüder studierten). Als Ste (so wurde R.S.S.B.P gerufen, nach seinem Paten, der Sohn des Georg Stephenson war, der die Dampfmaschine erfunden hatte.) 3 Jahre alt war, starb sein Vater und Großvater übernahm die Erziehung. Ste war viel mit seinem Großvater in der Natur. Den Hyde Park kannte Ste in kürzester Zeit auswendig.

Nach dem Tod seines Großvaters 1865 trug ihn sein Forscherdrang in die Großstadt, wo ihm der große soziale Unterschied Englands erst richtig bewußt wurde. Damals kam ihm schon der Gedanke von klassenloser Kleidung bzw. keine äußerliche Erkennungsmerkmale zwischen arm und reich. Mit 13 Jahren besuchte Robert das Charterhouse College. Er bekam einen Fragmaster zugeteilt, der ein älterer Junge war und Verantwortung trug in der charakterlichen Entwicklung, Ausbildung, Qualität der Hausaufgaben, für sportliche Erfolge seines Schützlings. In kürzester Zeit unterband der Fragmaster auch Stes bösartigen Spitznamen „Bathing Towel“. Sein neuer Spitzname war mit der Zeit B.P.. Auf englisch: BiPi. Während seiner Freizeit trieb sich BiPi außerhalb des Hauses, in dem verwilderten Park des Charterhouse College auf und machte dort weitere Erfahrungen im Spurensuchen, Kundschafterwesen, … Seine schulischen Noten waren wie immer nicht von übermäßiger Leistung. Ausgenommen in Geography und in den naturwissenschaftlichen Fächern. Kurz: Er arbeitete gerade so viel, daß es ihm gerade noch in die nächste Klasse reichte.

1876 erreichte der nun 19 jährige BiPi nach 6 Schuljahren die Abschlußprüfung. Er wollte nach dem Vorbild seines Vaters und seiner Brüder an der Universität von Oxford studieren, schaffte jedoch die Aufnahmeprüfung nicht. Seine nächste Bewerbung ging an die disziplinierte Militärakademie von Sandhurst. Aus 717 Bewerbern wurden 40 Personen aufgenommen. In der Aufnahmeprüfung , wo es auf Intelligenz, Initiative, Entschlußkraft, Kombinationsfähigkeit, … ankam war BiPi der zweitbeste unter den Bewerbern. Aufgrund des hervorragenden Ergebnisses wurde BiPi zum Leutnant befördert und kam sofort zu der Garnission in Lucknow; Indien. In seinem Quartier in Lucknow angekommen begann sofort die 8 monatige Offiziersausbildung (Nahkampf, Survival, Signalisieren, Kundschafterwesen, …). Als seine Ausbildung zum Leutnant abgeschlossen war, bildete BiPi Rekruten aus und führte ein neues System in die Garnission ein. Das System der Kleingruppen bezweckte, daß jeder einzelne Soldat besser gefördert wurde und es keine Chance mehr für Drückeberger gab.

1878 Heimaturlaub

1879 Krieg zwischen Indien und Afghanistan

1880 kehrte B.P. wieder zurück nach Lucknow und wurde sofort an die Front von Afghanistan zum 13 Husarenregiment versetzt. BiPi wurde als Kundschafter, zum Kartographieren des feindlichen Gebietes eingesetzt. Dort wurde ihm erst das Grauen des Krieges bewußt, von dem er schon viel gehört, gewarnt und gelesen hatte, aber noch nie erlebt hatte: Verendete und niedergemetzelte Pferde und von Hyänen zerfressene Soldatenleichen. Verlegung, wegen Friedensverhandlungen, des 13 Husarenregimentes von Kokoran nach Quette. In Quette bekam BiPi den Auftrag spezielle Kundschafter, die den Feind ausspionieren sollten (ohne Blutvergießen, auszubilden, die er Scouts/Pfadfinder nannte (Diese Pfadfinder haben nichts mit den heutigen Pfadfindern zu tun). In einem darauffolgenden Manöver setzte BiPi seine „Kundschafter“ mit Erfolg ein und bestätigte somit seine Pfadfinderausbildung. Des weiteren bekam er 25 Mann des 13 Husarenregimentes für die Scouting Ausbildung. Versetzung des 13 Husarenregimentes von Quette nach Muttra (zwischen Delphi und Lucknow).

1883 wurde BiPi Sieger und Gewinner des begehrten Kadier-Pokals im Picksticking (Wildschweinjagd).

1884 Versetzung des 13 Husarenregimentes von Muttra über Bombay nach Port Natal (heute Durban) an die Ostküste Südafrikas zur Unterstützung der dort stationierten britischen Truppen. In Port Natal wird BiPi vom Oberkommandierenden der britischen Truppen in Südafrika Sir Charles Warren empfangen, der ihm gleich den Auftrag gibt, eine militärisch wichtige Hügelkette zu erkunden. Auf seiner Erkundung macht BiPi die Bekanntschaft von Zulus und Buren.

1885 Versetzung des 13 Husarenregimentes nach Liverpool.

1887 BiPi kehrt als Adjutant des neuen Oberkommandierenden von Südafrika, Henry Smith, zurück nach Afrika, wo er mit einer Patrouille nach dem aufständischen Zuluhäuptling Dinizuala fahnden soll, der auch bald darauf festgenommen wurde.

1890 Versetzung von Port Natal nach Malta. Dort bekommt BiPi den Auftrag als Geheimagent verschiedene Länder zu besuchen und nach verdeckten Militärstützpunkten zu suchen.

1893 Versetzung ins Ashantiland nach Afrika wegen Unruhen der Ashanties. Zusammentreffen mit einer Elitetruppe der Ashantis, den Krobos, vergleichbar mit den Pfadfindern beim Militär. Aus Krobos und Pfadfindern bildet B.P. die Special Scouts (Besonders ausgewählte Pfadfinder) aus. Durch die erfolgreiche Bekämpfung des Rebellendiktators Prempeh (14 Jahre) wird BiPi zum Oberst befördert.

1896 zurück nach London und sogleiche Fahrt zurück nach Port Natal, wegen aufständischer Eingeborenen. Bekanntschaft mit einem sehr erfahrenen Pfadfinder aus Nordamerika: Frederic C. Burnham. Von den kriegerischen Matabele bekommt BiPi den Spritznamen Impeesa. Nach einer tödlichen Demonstration an den Rädelsführer der Matabele waren die anderen Krieger zu einer Kapitulation bereit. 1896 Fahrt nach London. BiPi schreibt das Buch „Aids for Scouting“ (Hilfen fürs Pfadfinden).

1899 Schwere Kriege zwischen Briten und Buren. Versetzung BiPis zurück nach Afrika. Die Stadt in der BiPi stationiert war, Mafeking, wurde von 900 Buren umzingelt (Truppenstärke in Mafeking 700 Mann). Mit List und Tücke (Strohpuppen, Attrappen, …) kann BiPi der Belagerung standhalten. In einem Gespräch nach der Belagerung von Mafeking kommt BiPi erstmals der Gedanke zur Gründung einer Pfadfinderbewegung. Folgende Grundsätze sollen die Pfadfinderbewegung einschließen: Ehre, junge Leute von klein an in Frieden zu erziehen, eine Bewegung gründen, die Unabhängigkeit von Herkunft, Rasse und Glaubensbekenntnis ist. Folgende Pfadfindermerkmale wurden von BiPi niedergeschrieben bzw. niedergezeichnet:

  • Versprechen ablegen
  • Lilie
  • Pfadfindergesetz
  • Pfadfindergruß, den er von den Krobos, der Elitegruppe der Ashantis, abgeschaut hatte
    Logbuch der Gruppenstunden
  • Das Fragmaster – System (Leiter)
  • Jede Kleingruppe wählt sich ein Totemtier
  • Jamborees (afrikanisch: Weltpfadfindertreffen)

Beförderung wegen der Befreiung von Mafeking zum Generalmajor. Ausbildung von 10 000 Mann als Polizei in Südafrika. BiPi entwirft ein Polizeihemd, daß später zur Kluft der Pfadfinderbewegung wurde.

1902 Ende des Krieges zwischen Buren und Briten. BiPi setzt Burengeneräle als Befehlshaber der SAC (South Africa Consabulary; Südafrikanische Polizeitruppe) ein und erntete damit endgültigen Frieden zwischen Buren und Briten.

1903 Ernennung zum Generalinspekteur der brit. Truppen

1907 BiPi verläßt die Armee. Nun konnte sich B.P. seinem lang ersehnten Wunsch nachgehen: Der Pfadfinderei. Erstes Pfadfinderlager auf der Insel Brown Sea mit 22 Jungen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten.

1908 Erscheinen des Buches „Scouting for Boys“. Große Ausbreitung der Pfadfinderbewegung.

1909 wird König Eduard der Achte Patron der Pfadfinderbewegung.

1910 Endgültiger Austritt aus der Armee

1912 BiPi macht eine Weltreise um alle Pfadfinder der Welt zu besuchen. BiPi lernt Olave St. Claire(Geb. am 22.2.1889) kenne, verlobt sich mit ihr und heiratet sie kurz darauf.

1913 wurde das erste Kind Peter geboren.

1915/1917 wurden die zwei Töchter Heather und Betty geboren.

1916 Übernahm BiPis Frau die Organisation der Pfadfinderinnen (Kleeblatt). Aufteilung derPfadfindergruppen in Altersgruppen.

1919 BiPi bildet im Gilwell-Park Scoutmaster aus, die als Absolvierung des Lehrganges zwei Holzstückchen (Woodbadge) erhielten.

1920 Erstes Jamboree in der Londoner Olympia Hall von 8 000 Pfadfindern aus 27 Ländern. Ernennung BiPis zum „Chief Scout of the World“.

1924 Zweites Jamboree in Kopenhagen: 12 000 Pfadfinder aus 36 Ländern.

1929 Drittes Jamboree in Birkenhead, England: 50 000 Pfadfinder aus 69 Ländern

1937 Fünftes Jamboree in Holland. Mit 80 Jahren verabschiedet sich BiPi von seinen Pfadfindern.

Januar 1941: BiPi; Chief Scout of the World, Lord of Gilwell stirbt in Nyeri in Kenia

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